Überlassen und vermitteln

Was ist eigentlich Zeitarbeit?

Zeitarbeit gewinnt in Deutschland immer mehr an Bedeutung. Die Beschäftigtenzahlen steigen stetig. Waren 1994 „lediglich“ 103.547 Menschen in der Arbeitnehmerüberlassung tätig, sind es im September 2009 588.000 Beschäftigte. Trotz eines Rückgangs der Beschäftigtenzahlen zu Beginn des Jahres 2009, werden der Zeitarbeit in Deutschland für die Zukunft Beschäftigtenzahlen von 1 Million prognostiziert. Von den Gewerkschaften werden die Zahlen häufig als Beweis für die zunehmende Verdrängung von Planarbeitsstellen durch die Zeitarbeit gewertet. Mag dies in Einzelfällen vorkommen, so ist doch das Gros dieser Beschäftigungsentwicklung einer immer stärker werdenden Flexibilisierung der modernen Arbeitswelt geschuldet.

Dieser Entwicklung trägt auch das Erste Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt („Hartz I“), welches das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) wesentlich reformierte, Rechnung. So wurden folgende Beschränkungen der Branche aufgehoben: das besondere Befristungsverbot [1], das Synchronisationsverbot [2], das Wiedereinstellungsverbot [3] und die Beschränkung der Überlassungsdauer auf höchstens zwei Jahre. Diese Änderungen führten zu einer starken Entlastung der Arbeitgeberseite.

Für die Arbeitnehmerseite wurde im Gegenzug der sogenannte Gleichstellungsgrundsatz (equal payment (gleich hohe Bezahlung)/ equal treatment (Gleichstellung)) im Gesetz verankert. Hiernach muss der Mitarbeiter eines Zeitarbeitsunternehmens zu denselben Bedingungen beschäftigt werden wie vergleichbare Mitarbeiter des Kundenunternehmens. Vom Gleichstellungsgrundsatz kann nur durch Tarifvertrag abgewichen werden. Das zum 01.01.2004 in Kraft getretene Gesetz soll die Qualität und gesellschaftliche Akzeptanz der Zeitarbeit erhöhen.

Die gesetzliche Entwicklung und die positiven Beschäftigungszahlen zeigen, dass Zeitarbeit sich immer mehr etabliert und zum festen Bestandteil unseres Wirtschaftslebens wird. Unsere Arbeitswelt befindet sich in einem stetigen Wandel, der auch die Lebensarbeitsplätze betrifft. Diese Arbeitsplätze werden immer mehr zur Ausnahme und aus verschiedenen Gründen von temporären Beschäftigungsformen verdrängt. Gerade hier bietet die oftmals mit Skepsis betrachtete Zeitarbeit Alternativen. Durch die wechselnden Einsätze im System Zeitarbeit gibt es die Möglichkeit, aus einem befristeten Bedarf der Wirtschaft langfristige Arbeitsplätze zu generieren.

Zeitarbeit – eine Arbeitsform mit Zukunft!

  1. Verbot der wiederholten Befristung eines Leiharbeitsverhältnisses, ohne dass ein sachlicher Grund in der Person des Leiharbeitnehmers vorliegt.
  2. Verbot der Wiedereinstellung vor Ablauf von drei Monaten nach wiederholter Kündigung eines Leiharbeitnehmers.
  3. Verbot der wiederholten Beschränkung des Leiharbeitsverhältnisses auf die Dauer der erstmaligen Überlassung.